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Dr. med Katrin Fink
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Diabetes Typ 1 erkennen und behandeln

Fachbereich: Schwerpunktpraxis Diabetologie und Adiposiologie

Schwerpunktpraxis Diabetologie

37kommanull Allgemeinarztpraxis: Typ 1 Diabetes, Diabetologie (Insulinpumpe)

Diabetes Typ 1 ist eine komplexe Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die insulinproduzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse angreift und zerstört. Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig bekannt, aber es wird angenommen, dass eine Kombination von genetischen und Umweltfaktoren eine Rolle spielt.

Derzeit gibt es keine Möglichkeit, Diabetes Typ 1 zu verhindern, sobald der Autoimmunprozess begonnen hat.

Die Behandlung konzentriert sich daher auf die Kontrolle des Blutzuckerspiegels und die Verhinderung von Komplikationen.


Überblick

Ursachen für Diabetes Typ 1

Da die genauen Ursachen für Diabetes Typ 1 noch nicht vollständig bekannt sind, konzentriert sich die Forschung darauf, mehr über die zugrunde liegenden Mechanismen und potenziellen Präventionsstrategien zu erfahren.

Genetische Faktoren

Vererbung: Es gibt eine genetische Prädisposition für Diabetes Typ 1. Ein erhöhtes Risiko besteht beispielsweise, wenn nahe Verwandte wie Eltern oder Geschwister an Diabetes Typ 1 erkrankt sind.

Humanes Leukozytenantigen (HLA): Bestimmte HLA-Gene auf Chromosom 6 sind mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Diabetes Typ 1 verbunden. HLA-DR und HLA-DQ sind besonders bedeutsam in diesem Zusammenhang.

Autoimmunreaktion

Das zentrale Merkmal von Diabetes Typ 1 ist die Autoimmunreaktion, bei der das Immunsystem fälschlicherweise die Betazellen in der Bauchspeicheldrüse angreift. Die genauen Auslöser für diese Reaktion sind nicht vollständig geklärt, aber es wird vermutet, dass sowohl genetische Faktoren als auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen.

Umweltfaktoren

Virusinfektionen: Einige Virusinfektionen, wie solche durch das Coxsackie-Virus, das Mumps-Virus, das Rötelnvirus oder das Epstein-Barr-Virus, werden als mögliche Auslöser für die Autoimmunreaktion diskutiert, die zu Diabetes Typ 1 führt.

Frühkindliche Ernährung: Es gibt Hinweise darauf, dass die Art der frühkindlichen Ernährung (zum Beispiel das frühe Einführen von Kuhmilch) das Risiko beeinflussen könnte, Diabetes Typ 1 zu entwickeln. Allerdings sind die Beweise hierfür nicht eindeutig.
Vitamin-D-Mangel: Ein Mangel an Vitamin D in der frühen Kindheit könnte das Risiko für die Entwicklung von Diabetes Typ 1 erhöhen.

Wetter und Geographie: Es wurde beobachtet, dass das Vorkommen von Diabetes Typ 1 in kälteren Klimazonen höher ist. Die genaue Beziehung ist jedoch nicht klar.

Andere Faktoren

Mikrobiom: Es gibt zunehmende Beweise, dass die Zusammensetzung der Mikroorganismen im Darm (das Mikrobiom) einen Einfluss auf die Immunfunktion und möglicherweise auf das Risiko für Autoimmunerkrankungen wie Diabetes Typ 1 haben könnte.

Chemikalien und Toxine: Es gibt einige Hinweise darauf, dass die Exposition gegenüber bestimmten Chemikalien und Toxinen ein Auslöser für Diabetes Typ 1 sein könnte, obwohl die Belege noch begrenzt sind.

Ihr Körper sendet Hinweise

Typische Hauptsymptome bei Typ 1 Diabetes

Erhöhter Durst (Polydipsie)
Häufiges Wasserlassen (Polyurie)
Gewichtsverlust
Erschöpfung und Schwäche
Erhöhter Hunger (Polyphagie)
Anhaltender Durst ist eines der häufigsten Symptome von Diabetes Typ 1. Betroffene verspüren häufig einen starken und unstillbaren Durst.
Häufiges Urinieren, oft auch nachts (Nykturie), ist ein weiteres typisches Symptom. Dies geschieht, weil der Körper versucht, überschüssigen Zucker über den Urin auszuscheiden.
Trotz normaler oder gesteigerter Nahrungsaufnahme kann es zu einem signifikanten unbeabsichtigten Gewichtsverlust kommen. Der Körper kann Zucker nicht richtig verwerten und beginnt, Fett und Muskelmasse abzubauen.
Anhaltende Müdigkeit und allgemeine Schwäche sind häufige Symptome. Der Körper ist nicht in der Lage, Glukose effizient als Energiequelle zu nutzen, was zu ständiger Erschöpfung führt.
Trotz des Verzehrs großer Mengen an Nahrungsmitteln kann ein ständiges Hungergefühl bestehen. Der Körper ist hungrig auf Energie, die aus der Nahrung stammt, weil er Glukose nicht richtig verarbeiten kann.

Weitere Hinweise

Zusätzliche Symptome von Diabetes Typ 1

Verschlechtertes Sehvermögen
Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen
Wunden, die langsam heilen
Häufige Infektionen
Azetongeruch im Atem (Ketoazidose)
Verschwommenes Sehen kann auf hohe Blutzuckerspiegel zurückzuführen sein, die zu einer Schwellung der Augenlinse führen.
Veränderungen des Blutzuckerspiegels können die Stimmung und das allgemeine Wohlbefinden beeinflussen.
Hohe Blutzuckerwerte können die Wundheilung beeinträchtigen, was zu Verzögerungen bei der Heilung kleinerer Verletzungen führt.
Menschen mit Diabetes Typ 1 sind anfälliger für Infektionen, insbesondere für Hautinfektionen, Harnwegsinfektionen und Hefepilzinfektionen.
Bei schwerem Insulinmangel kann es zur Ketoazidose kommen, einer gefährlichen Stoffwechselstörung, bei der der Atem einen fruchtigen Geruch hat. Gleichzeitig können Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen auftreten.

Notfallwarnzeichen erkennen

Diabetische Ketoazidose (DKA) ist ein medizinischer Notfall, der auftreten kann, wenn Diabetes Typ 1 nicht rechtzeitig diagnostiziert oder behandelt wird. Zu den Symptomen gehören:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Atemnot oder schnelles Atmen
  • Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Wenn Sie die oben genannten Symptome bei sich feststellen, insbesondere mehrere der Hauptsymptome, sollten Sie uns umgehend aufsuchen, um medizinischen Rat einzuholen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden und eine angemessene Blutzuckerkontrolle sicherzustellen.

Behandlung von Diabetes Typ 1

Bei der Behandlung von Diabetes Typ 1 konzentrieren wir uns auf die regelmäßige Überwachung Ihres Gesundheitszustands, Regulierung des Blutzuckerspiegels und die Vorbeugung langfristiger Komplikationen.

Insulintherapie

Schnell wirkendes Insulin: Wird vor den Mahlzeiten injiziert, um den Blutzucker nach dem Essen zu kontrollieren.

Lang wirkendes Insulin: Bietet eine konstante Insulinfreisetzung über den Tag hinweg. Intensivierte Insulintherapie (Basal-Bolus): Kombination aus schnell wirkendem und lang wirkendem Insulin.

Technologische Hilfsmittel

Insulinpumpen: Eine kleine, elektronische Pumpe liefert kontinuierlich Insulin.

Continuous Glukose Monitoring (CGM): Überwacht den Blutzuckerspiegel in Echtzeit und gibt Alarme bei zu hohen oder zu niedrigen Werten.

Closed-Loop-Systeme: Kombinieren CGM und eine Insulinpumpe, um die Insulinabgabe automatisch zu regulieren.

 

Lebensstiländerungen

Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit kontrollierter Kohlenhydratzufuhr.

Körperliche Aktivität: Regelmäßige Bewegung hilft, den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren.

Blutzuckerkontrolle: Regelmäßige Blutzuckermessungen zur Überwachung und Anpassung der Therapie.

Bildung und Unterstützung

Diabetes-Schulungen: Bildung zu Ernährung, Bewegung und Insulinverabreichung.

Selbstmanagement: Kenntnisse über das Management der Erkrankung im Alltag.

Psychologische Unterstützung: Beratungsdienste zur Bewältigung der emotionalen Belastungen der Krankheit.

Bitte bringen Sie Folgendes zum Termin mit

  • Überweisung
  • Letzte Laborwerte
  • Medikamentenplan und ggf. Insulinplan
  • Ausgefüllter Anamnesebogen

Warum Ihre Ernährung so wichtig ist

Eine ausgewogene Ernährung spielt eine entscheidende Rolle im Management von Diabetes Typ 1. Es geht nicht nur darum, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten, sondern auch darum, eine gute allgemeine Gesundheit zu fördern.

Eine individuelle Ernährungsberatung durch unsere Diabetesberater und Ernährungsberater kann speziell auf Ihre Bedürfnisse und Ihren Lebensstil zugeschnittene Empfehlungen bieten. Durch die sorgfältige Planung und Überwachung Ihrer Ernährung können wir Ihnen dabei helfen, Ihren Blutzuckerspiegel besser zu kontrollieren und ein gesundes und aktives Leben zu führen.

Hier sind einige wichtige Aspekte der Ernährung, auf die Sie mit Diabetes Typ 1 achten sollten:

Kohlenhydrate

Kohlenhydrat-Überwachung

Kohlenhydratzählung: Menschen mit Diabetes Typ 1 sollten lernen, die Menge der Kohlenhydrate in ihren Mahlzeiten zu zählen, da diese einen direkten Einfluss auf den Blutzuckerspiegel haben. Dies hilft dabei, die benötigte Menge an Insulin zu berechnen.
Glykämischer Index (GI): Lebensmittel mit einem niedrigen GI erhöhen den Blutzuckerspiegel langsamer und gleichmäßiger, was zur besseren Blutzuckerkontrolle beitragen kann. Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und nicht stärkehaltiges Gemüse sind Beispiele für Lebensmittel mit niedrigem GI.

Ausgewogene Ernährung

Makronährstoffe

Protein: Proteine sind wichtig für Muskelreparatur und -aufbau. Wählen Sie fettarme Quellen wie Geflügel, Fisch, Eier, Tofu und Hülsenfrüchte.
Fette: Gesunde Fette wie die in Avocados, Nüssen, Samen und Olivenöl enthaltenen ungesättigten Fettsäuren sind vorzuziehen. Gesättigte und Transfette sollten vermieden oder reduziert werden.

Mikronährstoffe

Vitamine und Mineralstoffe: Eine ausgewogene Ernährung, die reich an verschiedenen Obst- und Gemüsesorten ist, stellt sicher, dass alle notwendigen Vitamine und Mineralstoffe aufgenommen werden.n.

Regelmäßige Mahlzeiten

Zeitliche Struktur

Regelmäßige Mahlzeiten und Snacks helfen, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten. Mahlzeiten sollten im Allgemeinen alle 3-4 Stunden eingenommen werden.

Zufuhr von Flüssigkeit

Hydration

Ausreichend Flüssigkeit ist wichtig, insbesondere Wasser. Zuckerhaltige Getränke wie Limonaden und Fruchtsäfte sollten vermieden werden, da sie den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lassen.

Portionskontrolle

Portionsgrößen

Achten Sie auf die Portionsgrößen, um eine übermäßige Einnahme von Kalorien und eine anschließende Gewichtszunahme zu vermeiden, die die Blutzuckerkontrolle erschweren kann.

Konsistenz und Flexibilität

Flexibilität in der Ernährung

Ein flexibler Essensplan ermöglicht es, Mahlzeiten und Insulindosen an verschiedene Tagesabläufe und Essenssituationen anzupassen, was den Alltag erleichtern kann.

Vermeidung von Zucker und raffinierten Kohlenhydraten

Zucker und verarbeitete Lebensmittel

Vermeiden Sie zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke sowie stark verarbeitete Produkte, da diese den Blutzuckerspiegel stark und schnell ansteigen lassen können.

Alkohol

Moderation

Alkohol kann den Blutzuckerspiegel beeinflussen. Es ist wichtig, dies mit Vorsicht zu genießen, vorzugsweise in Maßen und immer in Kombination mit einer Mahlzeit. Alkohol kann zunächst den Blutzuckerspiegel erhöhen, jedoch über Nacht zu Hypoglykämie (niedrigem Blutzucker) führen.

Wir kümmern uns um Ihren Diabetes

In unserer Arztpraxis steht Ihnen ein erfahrenes Team aus spezialisierten Ärzten zur Verfügung.
Für jede medizinische Fragestellung garantieren wir Ihnen die bestmögliche Betreuung durch den jeweils verfügbaren Experten.
Bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine individuellen Arztwünsche berücksichtigen können.
Die Zuordnung erfolgt organisationsbedingt intern. Unser Ziel ist es, Ihnen jederzeit eine optimale und zeitnahe Behandlung zu bieten.

Unser Ärzte*innen Team

Dr. med. univ. Daniel Krismer

Dr. med. univ. Daniel Krismer

Facharzt für Innere Medizin

 

  • Diabetologie
  • Notfallmedizin
  • Adiposiologie DAG-DDG
Susanne Lehmann

Susanne Lehmann

Fachärztin für Innere Medizin und Endokrinologie. Diabetologin DDG

 

  • ÄiW Allgemeinmedizin

FAQ: Diabetes Typ 1

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